Walter Brusius

 

Ein vielschichtiges Gesamtwerk zwischen Ich-Protokoll und Wahrnehmungsbildern. Archaisch, intelligent, besessen gesegnet mit einer unfassbaren Beobachtungsschärfe.

 

Walter ist in einem kleinen Dorf auf dem Hunsrück herangewachsen. Der geistigen Enge und Kargheit des dörflichen Lebens entflohen, aufgebrochen um in der Stadt Maler zu werden. In Köln hat Walter Kunst und Design studiert. Heute ist er freischaffender Künstler mit großem Bekanntheitsgrad und lebt in Bad Kreuznach, hier ist auch sein Atelier. 

 

Schnell erliegt man dem poetisch skurrilen Reiz seiner Bilder und literarischen Texte. Die „Dialektik des Pampahasen“ , die „Frau als Haustier“, „das schwitzende Herz“ … 

Doch das ist nur ein Teilaspekt der Bilderwelt von Walter. Um sich seiner Bildersprache zu nähern erfordert es zwei Stränge im Auge zu behalten: Seine persönliche Geschichte und den Lauf der Geschichte im Gegenwartsbezug. 

 

Seine frühen Bilder stellen die Auseinandersetzung mit seiner Kindheit und Fragen an ihn selbst dar. Begriffs- und Vergangenheitsanalyse, Ordnungsversuch und gleichzeitiges Bloßlegen des individuellen Bildkosmos in schonungsloser Selbstbefragung. Erinnerungsfetzen werden gesammelt, gefiltert und im Bild verankert. Er pflegt das Gegensatzpaar tragisch-komisch und betreibt die Auflösung unseres und seines Unvermögens der Alltagsbewältigung mittels der Phantasie. Die traumatische Kargheit und Härte aus seiner Kindheit hatte bis dahin unaussprechliche Welten in seiner Seele zurückgelassen. Durch bildhafte Zeichen versuchte er seine Sprachlosigkeit in selbsttherapeutischer Absicht zu überwinden.

 

 

In der zweite Säule seines Schaffens erweitert er die  Geschichte: Die Gegenwart von Krieg, Terror, sozialen Konflikten, der Gegenwart der Großstadt… und setzt sich mit gesellschaftlichen Widersprüchen, Gewalt, Religion Sexualität, Umwelt und Macht auseinander. 

Über archetypische menschliche Verhaltensmuster drückt er sein Verhältnis zu gesellschaftlichen Prozessen aus.

Dies tut er indem er mit seiner enormen Beobachtungsschärfe,  einer gewissen Besessenheit und Humor auf Zusammenhänge hinweist. Diese spezifische Art künstlerischer Arbeit ist ein Teil des Ausdrucks mit dem Leben klarzukommen. 

 

Eine zweite Art der Auseinandersetzung sind umfangreiche Buchbearbeitungen und Romanfragmente. 

In seinen literarischen Texten werden auch die Zusammenhänge der alltäglichen Spießigkeit aufs Korn genommen. 

 

Die Faszination liegt bei Walters Schaffen im Widerspruch von heftigen Boshaftigkeiten, Sarkasmus, pornographischen Inhalten, die dann wiederum ästhetisch, perfekt selbstverständlich im Raum stehen. 

 

 

Seine Zeichnungen werde ich hier nicht beschreiben, sondern Bilder posten.

 

 

Empfehlung: Unvoreingenommen wie ein Kind und mit der Erfahrung eines Getroffenen schauen!!!!!